Auf der Wiener Buchmesse – vulgo „Buch10“, wie ich heute gelernt habe –, ist es für den Durchschnittsmenschen sicherlich sehr interessant, da gibt es einiges zu stöbern. Weil ich viele „Pflichtbücher“ dieses Herbstes bereits kenne oder zumindest neben mir aufgestapelt habe (die sind natürlich nicht alle lesenswert, ach wo…), hielt sich der News-Wert in Grenzen. Umso mehr danke ich den Veranstaltern für die Presse-Akkreditierung: Mercie, es war sehr nett. Die Vorträge und Diskussionen, die mich angesprochen hätten, gingen und gehen sich bis Sonntag allesamt nicht aus, aber immerhin konnte ich ein dreijähriges Mädchen glücklich machen, indem ich mit ihr das „Zookonzert“ von Marko Simsa aufgesucht habe: „Papi, das war sehr, sehr lustig.“ Mit knapp 45 Minuten aber auch etwas zu lange für einige der jungen Besucher/innen. Doch der Künstler hat sich redlich bemüht, und etwa ein Drittel der Zeit waren auch zwei Filmteams anwesend. ORF? ATV? Puls4? Keine Ahnung, aber ab 19 Uhr wird wohl mal durchgezappt. Richard K. Breuer hat übrigens nicht zuviel versprochen: Sein Stand Nr. 732 ist sehr schön anzusehen.

Themenwechsel. Was ich heute zum wiederholten Mal erfahren habe: Die Raucher-Hobby-Lobby Hobby-Raucher-Lobby hierzulande ist sich für nichts zu blöd. Nicht genug, dass die österreichischen Trafikanten fleißig an der Desinformation ihrer Kunden arbeiten (O-Ton, mehrfach gehört: „Bitte unterschreiben, sonst verbietet die EU das Rauchen!“), was kommende Regelungen für die Kennzeichnung, Verpackung und den Verkauf von Tabakwahren betrifft, nein: Viele dieser blinden Kühe lassen sich auch noch dafür einspannen, ihre Mitmenschen mit Verschwörungstheorien zu belästigen – allen voran die Dame(n und Herren) von der Raucherbewegung, deren unfreiwilliges Forumsopfer ich bereits einmal geworden bin (Post Nr. 2).

Die Pharmaindustrie sei schuld daran (als ob die nicht mehr an kranken und süchtigen Menschen interessiert sein müsste…), und wenn „wir“ heute nicht aufpassten, dann würden bald auch Alkohol und fette Speisen verboten (oder in Einheitsverpackungen unter den Ladentisch verbannt). Manche dieser Leute glauben auch noch, sie „argumentieren“, wenn sie zwar zugeben, dass Passivrauch eh schädlich ist, jedoch gleich danach meinen, dass Feinstaub und Sonnenlicht, das „Ozon der Kopierer“ sowie der „Alkohol in den Autofahrern“ künftig wohl auch „in neutrale Schachteln“ verpackt würden. Polemik geht anders, liebe Zwetschkenröster. Aber: Glaubt doch, an was ihr wollt – an den Apollo-Hoax, das Fliegende Spaghetti-Monster, oder meinetwegen den Kuhgott – doch stellt Voltaires Geduld nicht zu sehr auf die Probe.