Was derzeit in Griechenland abgeht, ist mit dem Kopf kaum mehr zu fassen: Das geht ans Herz.

Das Land, in dem wir Jahr für Jahr Urlaubswoche um Urlaubswoche verbringen, lässt zunehmend mit Meldungen aufhorchen, wonach seine Jüngsten hungrig in Kindergärten und Schulen sitzen. So weit geht es, dass Schülerinnen und Schüler dem Unterreicht nicht mehr folgen können und gar, nicht nur in Einzelfällen, vor ihrer Klassengemeinschaft in Ohnmacht fallen. Die Zahl der Obdachlosen steigt. Pensionierte gründen Wohngemeinschaften, um sich überhaupt noch eine Bleibe leisten zu können.

Das Land, das viele von uns als Wiege der (westlichen) Kultur idealisieren, bringt zunehmend junge Menschen hervor, deren Bildungsantrieb sich allein daraus zehrt, möglichst rasch den Sprung in die Mitte Europas – nach Deutschland vor allem, aber wohl auch nach Österreich! – zu schaffen.

Was erwartet sie hier? – Eine Gesellschaft, deren Leitmedien sich im ständigen Wettlauf um die garstigste Schlagzeile befinden, mit der die „Pleitegriechen“, jedeR einzelne von ihnen, rhetorisch dem Schuldgeständnis zugewatscht werden: JA, ICH HABE ÜBER MEINE VERHÄLTNISSE GELEBT!!!

Dass dies, auf die griechische Bevölkerung herunter gebrochen, großer Mist ist, begreifen sie nicht, oder (wäre das tatsächlich noch schlimmer?) wollen sie nicht wahrhaben.

Die hiesige Regierung scheint nicht einmal mehr den Versuch zu wagen, diese Situation ihren Wählerinnen und Wählern darzulegen. Ganz im Gegensatz zur grinsenden Hyäne, die aus dem Dunkel ihres Oppositionsbaus heraus lugt und dem Volke, neben anhaltenden Versicherungen der eigenen Opferrolle, behende einflüstert: „Wehe, wehe, wenn sie kommen!”

Und kommen werden sie, und die Frage an jedeN von uns lautet: Wo wirst du stehen, und wirst du mit dem Herzen sehen?