madication?
Als ich Anfang Februar 2003 mein journalistisches Kürzel wählen durfte, idealer Weise zwischen zwei und vier Zeichen lang, war das eine doch recht schnelle Entscheidung. Ich schrieb es auf: in unterschiedlichen Farben, am PC und mit Kugelschreiber auf den Rand einer Zeitung; rechts- wie linkshändig. Und, ja, es passte: (mad).
Weitere Bedeutungen und Assoziationen, die über die Abkürzung meines Familiennamens hinaus gingen, in erster Linie aus dem Englischen, kamen mir damals nicht in den Sinn. Ehrlich gesagt fiel mir zuerst gar nicht auf, dass man die drei Buchstaben auch anders verstehen konnte – ich musste, was wohl in einer Art Betriebsblindheit wurzelte, darauf hingewiesen werden.
Die Zeit verging, und ich wurde währenddessen zwar nicht verrückter – wie ich vorsichtig anzunehmen wage –, begann aber nach und nach mit meiner „Marke“ zu spielen. In einem ersten Schritt kombinierte ich das bekannte Kürzel mit einem neuen, vornamenbasierten, und erweiterte es: bemad. In eine private E-Mail-Adresse verpackt konnte ich ein paar positive Reaktionen auf diesen offensichtlichen Witz verbuchen. Wirklich auftreten konnte man unter diesem Alias aber nicht.
Ein mildes Heilmittel . . .
Die vagen Vorstellungen für das hiermit vorliegende Webprojekt fügten sich sehr langsam, über Monate, zu einer handfesten Idee zusammen, und da stellte sich natürlich auch die Frage: Wie soll das Ding heißen? Wieder fing ich an, mit meinen 16 Buchstaben zu spielen. Anagramm ließ sich daraus keines zaubern; zumindest sollte mich keines zufrieden stellen. Ich suchte Bedeutung, war auf Inhalt aus – wollte Neues schaffen. Und hatte außerdem festgestellt, dass die Abkürzung „mad“ im World Wide Web schon mehr als reichlich vorkam.
Wirklich viele, teils gar nicht so schlechte, mehrheitlich aber doch von Grund auf dämliche Ideen brachte ich im frühen Herbst 2009 zu Papier, trieb mich selbst zur Verzweiflung damit. Der Einfall kam schließlich unerwartet, beim Zähneputzen: madication. Die Frage, was denn das heißen solle, konnte ich freilich zuerst auch nicht beantworten. Es klang nur verdammt gut; und es galt dann eben, den Begriff zu füllen.
Politisch sollte es werden, das universe of madication: Eine Plattform, um sich mit den Problemen der Gesellschaft auseinander zu setzen, auf meine Weise. Und so unterstelle ich meine Arbeit dem Prinzip der Madikation: einem Versuch, dieser Gesellschaft einen humanistisch geprägten Dienst zu leisten und Fehlentwicklungen im sozialen Organismus, wenn schon nicht zu stoppen, so doch zu erkennen und aufzuzeigen.
In diesem Sinn widmet sich www.madication.eu der Auseinandersetzung mit jeglichen dem Gedanken der Menschlichkeit widerstrebenden Bewegungen und Taten – ob sie unter dem Deckmantel irgendwelcher neuer Ideologien auftreten, den bekannten Ismen entspringen oder dem ganz banalen Alltag: madication als ein mildes Heilmittel gegen die Narretei der Welt.
Freilich, diese Welt ist groß, und der kreativen Köpfe gibt es viele, weshalb ich kurz vor dem offiziellen Start dieser Website auf eine weitere Definition des neuen Begriffs aufmerksam wurde, die bald nach der Spruchreife meiner eigenen Idee in die Weiten des Internet gepostet worden ist. Damit muss ich leben, und schließe mich augenzwinkernd dem dort geprägten Slogan an: „What do you want from me bastards, I’ve just had my madication!“ – Bleibt auf der Hut.
Bernhard Madlener (mad), im Februar 2010
Chronologie:
14. Mai 2011 >> Endlich zufrieden (?). Zweiter Relaunch der Hauptseite, samt inhaltlicher Neuausrichtung.
10. April 2011 >> Als erster großer Schritt wird das (mad)-Blog in den Ruhestand geschickt. Alles neu – wenn auch nicht wirklich täglich – auf „daily“.
1. April 2011 >> Neuerliche Überarbeitung der Seite. Nachdenkphase.
1. Juli 2010 >> Start des madication-Relaunchs.
1. Juni 2010 >> Heute habe ich mein Engagement als fixer Standard-Mitarbeiter offiziell aufgekündigt – ich möchte mich neu orientieren. Die rosa Tageszeitung wird mir siebeneinhalb Jahre lang ein guter Arbeitgeber gewesen sein, wenn ich das Unternehmen mit Ende Juli verlasse. Die Trennung erfolgt auf meinen Wunsch und ich bin gespannt, welche neuen Möglichkeiten sich für mich auftun.
1. März 2010 >> Als wahrer Spätzünder im Web 2.0 lerne ich seit knapp fünf Wochen die Vorzüge des Twitterns mehr und mehr zu schätzen.
17. Februar 2010 >> Erste Einsicht: Auch mein Tag hat nur 24 Stunden. Mit gleich zwei Weblogs zur gleichen Zeit zu starten, stellte sich in den vergangenen Tagen als überambitioniert heraus. Das unterwegs-Blog schließt also schon wieder seine Pforten; die veröffentlichten Beiträge wurden in das konzeptionell erweiterte (mad)-Blog umgebettet. Man liest sich – dort.
14. Februar 2010 >> Nachdem zum Jahresbeginn bereits das (mad)-Blog und kurz darauf „unterwegs“ online gingen, ist nun auch die Hauptdomain des madication-Projekts allgemein zugänglich.
7. Jänner 2010 >> Viele Überlegungen gingen dem Ganzen voraus, eine Menge Tage und Nächte waren für die Umsetzung nötig. Aber endlich: www.madication.eu geht online !
