Auftauchen

Wie weiland Baron Münchhausen tief in einem Sumpfe steckend –
sich völlig selbst überlassen –,
überfällt den Menschen der Gedanke,
nur in absoluter Ruhe verharrend
seinen Untergang hinaus zögern zu können.

Doch kommt er nicht umhin –
sich solcherart (statt dem Ertrinken) dem Verhungern ausgeliefert findend –,
seine Situation von Grund auf neu zu betrachten.

Um schließlich am eigenen Schopfe –
eine schmerzhafte Unmöglichkeit eigentlich!? –
sich aus der verderblichen Not hinaus ans Ufer
(und in ein neues Leben)
zu ziehen.

Schmutzig, nass und ein wenig verschnupft
tritt er schließlich, nur kurz verschnaufend,
den Heimweg an –
um fortan neue Pfade zu erforschen.

Denn stehen bleiben, das kann er nicht:
der Mensch.

U2s gelungener Überraschungs-Coup

Oder: Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber Hauptsache, wir holen uns ein paar Klicks mit dem ersten Review.

Geschenkter Gaul und so, ihr wisst schon: Also beschweren werde ich mich sicher nicht darüber, dass eine millionenschwere frühere Lieblingsband mal eben schnell und völlig überraschend ihr neues Album auf den Markt wirft. Natürlich nicht völlig für lau, wie das große Internet mehrheitlich behauptet, weil sich’s Steve Jobs Erben nämlich doch einiges haben kosten lassen. (Und damit ihrem Kerngeschäft, das anscheinend nicht mehr ausreicht, um die Massen zu begeistern, nochmals etwas Rückenwind verleihen.) Aber doch zum kostenlosen Download für jeden, den’s interessiert, bevor das Teil dann im Oktober regulär in den Handel kommt.

Ich hab mir also (und dies multipliziert mit ein paar Millionen haben sich die Apple-Leute wohl gewünscht!) gestern Abend, nachdem ich auf Twitter vom Songs Of Innocence-Release gelesen hatte, neuerlich einen iTunes-Account zugelegt, um möglichst rasch in diese neue U2-Platte rein zu hören. Natürlich konnte das auf der einen Seite nur enttäuschend sein, denn ein zweites Zooropa oder wenigstens ein neues Achtung Baby (Ja verdammt, ich bin in den 90er-Jahren aufgewachsen!!) wird’s von den Jungs wohl nicht mehr geben. Nachdem die beiden direkten Vorgängeralben How To Dismantle An Atomic Bomb und No Line On The Horizon zwar nicht übel waren, aber innerhalb des U2-Horizonts doch eher am Ende der Bestenliste anzusiedeln sind, kommt die Neue qualitativ zumindest in die Nähe eines aus Fansicht, so mein Eindruck, immer ein bisschen stiefmütterlich behandelten Unforgettable Fire. Und das ist, auf der anderen Seite, weit mehr als man erwarten durfte.

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Im Zug

Diese sich automatisch öffnenden Türen innerhalb der Railjet-Waggons werden mir ein ewiges Rätsel bleiben. Ob sie sich auftun, wenn einer durch will, scheint vom Wetter, vom Mond oder dem Sauberkeitsstatus der davor herum wedelnden Hände abzuhängen. Vielleicht sogar von der Willkür eines boshaften Gottes. Der Durchgehwillige jedenfalls sieht sich all zu oft dem Gelächter seiner Mitreisenden ausgesetzt.